Was steht Ihnen als Opfer konkret zu – was bringt Ihnen eine Beratung durch uns?

Dieser Anspruch ist von Mensch zu Mensch, von Situation zu Situation verschieden. Wir werden Ihnen im Beratungsgespräch aufzeigen, worauf Sie spezifisch Anrecht haben. Hier eine Auswahl der Bereiche, die abgeklärt werden:

Rechte im Strafverfahren
z.B. Ausschluss der Öffentlichkeit, Vermeidung einer Begegnung mit der beschuldigten Person, Schutz vor Veröffentlichung der Identität etc.

Häusliche Gewalt
liegt vor, wenn Personen innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten familiären, ehelichen oder eheähnlichen Beziehung physische, psychische oder sexuelle Gewalt ausüben oder androhen. Der Begriff der Häuslichen Gewalt wird in Bezug auf die gewaltausübende Person geschlechtsneutral verwendet. Es sind damit sowohl Männer als auch Frauen gemeint, die innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten familiären, ehelichen oder eheähnlichen Beziehung Gewalt ausüben.

Heilungskosten
Zuständigkeit für die Arzt- und Spitalbehandlungen, Ambulanzrechnung sowie für weitere Therapien wie z.B. Psychotherapie

Entschädigung und/oder Genugtuung
Anrecht auf Schadenersatz-Zahlung oder Schmerzensgeld – und wenn ja, in welcher Höhe.

Entschädigung
Die Entschädigung ist eine Schadenersatzzahlung. Schäden und Kosten, die durch eine Straftat verursacht wurden, können in einem allfälligen Strafverfahren und/oder ggf. bei der Kantonalen Opferhilfestelle geltend gemacht werden. Dabei geht es vor allem um:

  • Lohn- und Einkommenseinbussen, die durch die Straftat entstanden sind
  • Fahrspesen im Zusammenhang mit den Folgen der Straftat
  • Restkosten, die die Krankenkasse oder Unfallversicherung nicht übernimmt

Zu beachten ist, dass die Opferhilfe keinen Sachschaden entschädigt.

Genugtuung
Eine Genugtuung ist ein Schmerzensgeld. Sie kommt dann in Frage,

  • wenn von der Straftat körperliche und/oder psychische Schäden zurückbleiben,
  • wenn durch die Straftat eine Einschränkung in der beruflichen und/oder privaten Lebensführung zurückbleibt,
  • wenn der Heilungsprozess sehr schmerzhaft und/oder ausserordentlich lang war.

Psychologische und/oder juristische Unterstützung
Anspruch auf weiter führende Beratung und Begleitung – und wenn ja, von wem finanziell getragen.

Vermitteln von Notunterkünften
Schutz des Opfers durch Organisieren einer anderen Unterkunft.

Strafanzeige
Eine Strafanzeige ist die Mitteilung eines strafbaren Sachverhaltes an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden (Polizei, Staatsanwaltschaft). Die Strafanzeige ist vom Strafantrag zu unterscheiden, der eine Prozessvoraussetzung sein kann. Die Strafanzeige kann mündlich oder schriftlich von jeder Person eingereicht werden, die Kenntnis von einer Straftat hat.
Wichtig: Voraussetzung für Unterstützung durch unsere Beratungsstelle ist eine Straftat.

Es braucht aber nicht zwingend eine Strafanzeige dazu.

Melderechte
Eine Ausnahme von der strikten Schweigepflicht der Beratungsstellen ist zum Schutz von Minderjährigen in Art. 11 Abs. 3 OHG vorgesehen. Danach hat eine Beratungsstelle unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Einwilligung der betroffenen Person das Recht, die Vormundschaftsbehörde zu informieren (Gefährdungsmeldung) oder bei den Strafverfolgungsbehörden Anzeige zu erstatten (Strafanzeige). Davon würde nur im äussersten Notfall Gebrauch gemacht.

 

Text: mit freundlicher Genehmigung durch die  Opferberatugsstelle Zürich übernommen

Kontakt

Fachstelle für Gewaltbetroffene
Beratung für Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche
Neustadt 23
8200 Schaffhausen
Tel. 052 625 25 00
Fax 052 625 60 68
fachstelle(at)fsgb-sh.ch

Sind Sie schutzbedürftig? Bitte Frauenhaus Winterthur auf 052 213 08 78 (24-Hotline) anrufen.

In Notfällen rufen Sie direkt die Polizei unter der Nummer 117 an.