Betroffene fürsorgerischen Zwangsmassnahmen

Verwaltungsbehörden konnten vom 19. Jahrhundert bis ins Jahr 1981 gegenüber Personen, die den damaligen moralischen Wertvorstellungen nicht entsprachen, administrative Versorgungen verfügen (Einweisung in geschlossene Institutionen oder Strafanstalten). Weiter kam es zu Zwangskastrationen und –sterilisierungen, Zwangsabtreibungen, Zwangsadoptionen oder Fremdplatzierungen (Verding- oder Heimkinder). Rechtsmittel, mit denen sich die Betroffenen hätten zur Wehr setzen können, existierten in der Regel nicht. Bund, Kantone und Gemeinden sind sich inzwischen einig, dass gewisse der einst verhängten Massnahmen aus heutiger Sicht als Unrecht zu bewerten sind. Heute stehen in Bern im Rahmen eines nationalen Gedenkanlasses die Direktbetroffenen von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen und deren Erwartungen im Zentrum. Die Kantone sind an diesem Anlass durch die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) und die Konferenz der Kantone für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) vertreten.

Als Anlaufstelle für Betroffene leisten wir einen Beitrag zur Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Schweizer Geschichte.

Betroffene von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen, die bis in die 1980er Jahre erfolgten, können sich bei uns melden.

Kontakt

Fachstelle für Gewaltbetroffene
Beratung für Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche
Neustadt 23
8200 Schaffhausen
Tel. 052 625 25 00
Fax 052 625 60 68
fachstelle(at)fsgb-sh.ch

Sind Sie schutzbedürftig? Bitte Frauenhaus Winterthur auf 052 213 08 78 (24-Hotline) anrufen.

In Notfällen rufen Sie direkt die Polizei unter der Nummer 117 an.